Flüchtlingshilfe

Seit Wochen schon wird uns das Ausmaß der weltweiten Krisen sehr deutlich vor Augen geführt. Hunderttausende Flüchtlinge strömen nach Europa und speziell nach Deutschland. Diese Herausforderungen gilt es zu meistern! Eine politische Ursachenforschung bringt uns da nicht weiter. „Was wäre, wenn…“ und „Hätte man damals…“ sind Floskeln, die ich persönlich in die Kategorie Hätte-Hätte-Fahrradkette zähle und in den Bereich der Stammtischgespräche verbannen möchte. Sie bringen uns nämlich in der Sache genauso weiter, wie die 83 Millionen Bundestrainer, die nächstes Jahr wieder auftauchen und die Startaufstellung der DFB-Elf diskutieren, kommentieren und im Persönlichen eine „richtigere“ Meinung über jeden einzelnen Spieler haben, als es unser Bundestrainer hat.

jeder ist gefragt

Liebe Leser, bitte versteht mich nicht falsch. Ich selbst werde nächstes Jahr auch zu den 83 Millionen Bundestrainern zählen und vor dem Fernseher diskutieren und kommentieren – wohl wissend, dass ich weder etwas damit bewirke noch das Spiel entscheide. In der gleichen Deutlichkeit möchte ich aber auch sagen, dass die aktuelle Flüchtlingssituation weder durch Stammtischdiskussionen, noch durch ein Verschließen der Augen vor der Realität gelöst wird. Man kann davon ausgehen, dass die Situation in den einzelnen Krisenländern wie Syrien oder Eritrea sich nicht von heute auf morgen ändern, sondern vielmehr noch einige Jahre andauern wird. Soll sich die Situation in Deutschland und Europa entspannen, kann dass nur durch eine Integration der Flüchtlinge funktionieren. Hier kommt nun der entscheidende Punkt: Integration ist nichts, was die Politik leisten kann – hier können nur die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Integration muss von jedem Einzelnen ausgehen, sowohl von den Flüchtlingen aber am Anfang insbesondere von uns Deutschen. Wie sollen sich Flüchtlinge hier wohlfühlen und integrieren, wenn wir nicht auf sie zugehen und sie willkommen heißen? Hier sind einzelne Bürger, Initiativen oder Vereine gefragt.

Daraus lässt sich schließen: Nicht, dass so „viele“ Menschen kommen, ist das Problem; wir hätten sie alsbald ohnehin einladen müssen, um dem demographischen Wandel Paroli zu bieten. Nur dass sie jetzt in so kurzer Zeit kommen und auf schlecht bis gar nicht vorbereitete Aufnahmeländer treffen, wirft viele kleine und einige große Probleme auf. Das ist ein Grund, ebenfalls innerhalb kurzer Zeit besondere Anstrengungen zu unternehmen, aber kein Grund in Hysterie zu verfallen – oder diese, wie es derzeit leider vielfach geschieht, aus offenem oder klammheimlichem Kalkül politischer und/oder fremdenfeindlicher Natur gezielt anzufachen. (Andreas Pecht, pecht.info)

gemeinsam Grenzen überwinden

Eine solche Initiative möchten wir euch hier auch vorstellen: Das Projekt gemeinsam Grenzen überwinden dient dazu Flüchtlingen eine Möglichkeit zu geben ihre Perspektiven auf Flucht, Asyl und Migration in den gesellschaftlichen Dialog einzubringen und ihre Lebensrealitäten in Deutschland darzustellen. Die Schwester einer ehemaligen FSJlerin ist hier eine von vier Initiatoren und Verantwortlichen. Wir unterstützen den Aufruf der Gruppe gerne, um sie bekannter zu machen. Denn WIR müssen zuerst für Flüchtlinge eine Möglichkeit und einen Rahmen schaffen, damit SIE sich einbringen und integrieren können. Es ist eben nicht damit getan, dass „DIE“ erstmal Deutsch lernen sollen. Natürlich gehört Sprache auch dazu. Allerdings können wir nicht mit der Integration warten bis jeder Flüchtling sich auf Deutsch problemlos verständigen kann. Schließlich haben wir alle in der Schule mal Englisch gelernt

P.s. In eigener Sache wollen wir euch schon einmal von unserer Idee berichten: Wir planen für das kommende Jahr ein mehrtägiges Seminar im Stil unserer FSJ-Seminare für Flüchtlinge und Deutsche zusammen. Hier sind wir aber noch ganz am Anfang unserer Planung.